Vom Schneesturm ins Château

Wir erwachten sehr gemütlich in unserer warmen Kuschelkoje. Die Zeit war schon einigermassen fortgeschritten, doch irgendwie kam kaum Licht ins Innere des Campers.

Als wir die Verdunkelung der Frontscheibe lüfteten, sahen wir auch warum: der Himmel war ganz grau und dicke Pflotschtropfen rieselten auf die Frontscheibe des Campers. Zeit für einen ersten Kaffee.

So zündeten wir die Flamme unter der Bialetti-Maschine, doch es kam nur ein pfff – Gasflasche leer… Glücklicherweise haben wir ja immer eine Ersatzflasche dabei. So ging’s in die Morgenkälte raus. Petrus hatte wenig Erbarmen und stellte die Pflotschbrause gleich noch eine Stufe höher, sodass es schön grüüsig wurde.

Nach dem Wechsel funktionierte unsere Gasflamme wieder 1 A. Dies musste auch sein, da wir uns gleich nach dem Kaffee noch Brötchen im Omnia-Backofen aufbackten. Während wir das Morgenessen vorbereiteten, hatten sich die Pflotschflocken in richtige Schneeflocken verwandelt – es schneite so, wie es wohl den ganzen Winter nicht geschneit hat…

Mit vollem Bauch und Sommerpneus machten wir uns auf, um über die Grenze zu fahren. Glücklicherweise war die Strasse fast immer aper.

Wie immer suchten wir uns eine Route ohne Maut aus. Da unser Bordnavi extrem verliebt in Autobahnen ist, setzten wir auf Google. Leider ignoriert auch Google die Wünsche, wenn man eine Route ohne Maut anwählt. Es kommt dann irgenwann ein Popup «schnellere Route gefunden» (wollen wir ja gar nicht!). Wenn man dieses nicht aktiv wegklickt, dann wird man automatisch auf die schnellere Route (und dafür in den Stau) geleitet. Fazit? KI ist nach wie vor extrem dumm!

Nach der Autobahnabfahrt kam zuerst die Péage: knapp 21 Euro waren zu berappen, quasi eine halbe Vigniette. Ja, die Autobahn ist mit dem Camper doppelt nix: kostet viel und wir fahren so oder so nicht schneller als 90kmh. Ausserdem ist die Strassenumgebung weniger abwechslungsreich als über Land. Und: über Land kommt immer mal wieder ein Kaffee, wo man eine Rast machen kann. Klar, es gäbe auch die eine oder andere Tankstelle, an der man einen Kaffee nehmen kann, aber das sind dann immer die gleichen Restaurantketten.

Kaum auf der Landstrasse, sahen wir auch schon eine nette Boulangerie mit Kaffee. Wir kurvten gleich vor das Lokal und beschlossen spontan, gleich noch einen Zwipf zum Kaffee zu nehmen. Die Auswahl war nicht mehr riesig, da die ganze Bäckerei praktisch ausverkauft war – es konnte also nur gut sein. Das Apfeltörtli war wirklich sehr fein, der Kaffee dazu passte auch.

Gestärkt ging es dann weiter in Richtung Gigny-sur-Saône. Dort hatten wir einen Platz reserviert, im Schlosspark des Châteaus de l’Epervière.

Vor dem Schlosscamping parkten wir den Camper an der vorgegeben weissen Linie und machten uns auf in die Stallung: dort war die Récéption. Ohlala, wir hätten einen der schönsten Plätze erhalten, meinte die nette Dame dort. Da waren wir ja gespannt. Um auf den Campingplatz hinter dem Schloss zu kommen, mussten wir natürlich an der Schranke vorbei. Mit einem Nummerschild Scanner ist der Camping doch ziemlich modern ausgestattet und so kamen wir problemlos in den Schlossgarten. Und ja, die Receptionistin hatte Recht: wir hatten einen der schönsten Plätze erhalten, gleich am Schlossseeli.

Wir richteten uns gemütlich ein, schlossen den Strom an und und genossen den Platz, bevor wir am Abend ins Schlossrestaurant begaben. Dort gönnten wir uns ein Ostermenu, bzw. musste eine Wettschuld eingelöst werden;-)

Mit dem Camper unterwegs zu sein ist einfach schön!